Ideenfindung mit der
Himmel und Hölle-Methode
Die „Himmel und Hölle“-Methode ist ein kreatives Ideenfindungsinstrument, das dazu dient, sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte eines Themas zu erforschen. Die Methode hilft dabei, ein umfassendes Verständnis für mögliche Zukunftsszenarien zu entwickeln, indem die Teilnehmer dazu angeregt werden, das bestmögliche Szenario (Himmel) und das schlimmstmögliche Szenario (Hölle) zu visualisieren.
Diese Technik ist besonders nützlich, um Chancen und Risiken zu identifizieren und entsprechende Strategien zu entwickeln. Im Hinblick auf die aktuelle geopolitische Situation stellen wir dieses Ideation Tool vor, da wir mit Militärs sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben. Das Tool lässt sich sehr gut auf militärische Situationen übertragen. Denn hier liegt die Stärke der Methode, da sie dem Designteam, das eben aus aktiven Soldaten bestand, Idealsituationen erfahrbar machte und Himmel und Hölle durchspielen ließ.
Anleitung für die Ideation-Methode „Himmel und Hölle“
1. Vorbereitung:
- Zielsetzung: Definieren Sie klar das Ziel oder die Herausforderung, für die Ideen generiert werden sollen. Diese Methode eignet sich besonders, um sowohl positive als auch negative Aspekte eines Themas zu beleuchten.
- Teilnehmer: Optimalerweise 5-10 Personen. Eine diverse Gruppe kann unterschiedliche Perspektiven einbringen.
- Raum: Ein Raum, der genügend Platz bietet, damit sich die Teilnehmer frei bewegen können. Ein Whiteboard oder eine Pinnwand sollte vorhanden sein.
- Materialien:
- Moderationskarten oder Haftnotizen in zwei verschiedenen Farben (z.B. grün für positive und rot für negative Ideen).
- Stifte
- Timer
2. Dauer:
- Insgesamt ca. 60-90 Minuten, je nach Anzahl der Teilnehmer und Umfang der Diskussionen.
- Einführung und Zielsetzung: 10 Minuten
- Phase „Himmel“ (positive Aspekte): 20 Minuten
- Phase „Hölle“ (negative Aspekte): 20 Minuten
- Diskussion und Priorisierung: 20-30 Minuten
3. Requisiten:
- Whiteboard oder Pinnwand
- Haftnotizen oder Moderationskarten in zwei Farben
- Stifte
- Timer (oder Smartphone mit Timerfunktion)
4. Durchführung:
Einführung:
- Der Coach erläutert das Ziel der Ideation-Session.
- Erklären Sie die „Himmel und Hölle“-Methode kurz: In der „Himmel“-Phase werden positive Szenarien und Visionen entwickelt, in der „Hölle“-Phase werden die schlimmsten möglichen Szenarien besprochen.
Phase 1: Himmel (Positive Szenarien)
- Ziel: Visualisieren Sie die bestmöglichen Ergebnisse oder Szenarien.
- Ablauf:
- Bitten Sie die Teilnehmer, sich das beste mögliche Ergebnis für das Thema vorzustellen.
- Jeder Teilnehmer schreibt seine Ideen auf die grünen Haftnotizen (eine Idee pro Notiz).
- Sammeln Sie die Notizen und platzieren Sie sie auf dem Whiteboard oder der Pinnwand.
- Diskutieren Sie die gesammelten Ideen kurz und ordnen Sie sie thematisch, falls nötig.
Phase 2: Hölle (Negative Szenarien)
- Ziel: Identifizieren Sie potenzielle Risiken, Herausforderungen oder negative Szenarien.
- Ablauf:
- Bitten Sie die Teilnehmer, die schlimmsten möglichen Ergebnisse oder Herausforderungen für das Thema zu visualisieren.
- Jeder Teilnehmer schreibt seine Ideen auf die roten Haftnotizen.
- Sammeln Sie die Notizen und platzieren Sie sie ebenfalls auf dem Whiteboard oder der Pinnwand.
- Diskutieren Sie die negativen Szenarien und ordnen Sie sie nach Themenbereichen.
Diskussion und Priorisierung:
- Vergleich und Analyse: Vergleichen Sie die positiven und negativen Szenarien. Welche Aspekte sind besonders wichtig oder kritisch?
- Priorisierung: Identifizieren Sie, welche Ideen weiterverfolgt werden sollen. Dies kann durch Abstimmung, Konsens oder weitere Diskussion geschehen.
- Abschluss: Fassen Sie die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und besprechen Sie mögliche nächste Schritte.
Die Regeln, die für die Ideenfindungsphase gelten sind wie immer …
- Seid kreativ und offen. Es gibt keine „falschen“ Ideen in der Brainstorming-Phase.
- Haltet die Atmosphäre positiv und produktiv, selbst wenn negative Szenarien besprochen werden.
- Nutzet die Ergebnisse, um gezielte Maßnahmen zu entwickeln, sei es zur Risikobewältigung oder zur Realisierung von Chancen.
Beispiel: Einführung eines neuen Produkts
Ziel: Ein Unternehmen plant die Einführung eines neuen Produkts und möchte die potenziellen Auswirkungen auf den Markt analysieren.
Durchführung:
Phase 1: Himmel
- Die Teilnehmer stellen sich das ideale Szenario vor, in dem das neue Produkt ein großer Erfolg wird. Sie schreiben positive Aspekte wie „hohe Verkaufszahlen“, „positive Kundenbewertungen“ und „Marktführerschaft“ auf grüne Haftnotizen.
- Diese Ideen werden gesammelt und diskutiert, um die Schlüsselfaktoren für den Erfolg zu identifizieren, wie zum Beispiel eine erfolgreiche Marketingkampagne oder ein hervorragendes Produktdesign.
Phase 2: Hölle
- Anschließend überlegen die Teilnehmer, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Negative Szenarien wie „schlechte Verkaufszahlen“, „schlechte Presse“ oder „Produktfehler“ werden auf rote Haftnotizen geschrieben.
- Diese potenziellen Risiken werden analysiert und priorisiert, um Strategien zur Risikominderung zu entwickeln, wie etwa gründliche Produkttests oder ein Krisenmanagementplan.
Ergebnis:
Durch die „Himmel und Hölle“-Methode erhält das Unternehmen ein umfassendes Bild der besten und schlimmsten möglichen Entwicklungen bei der Produkteinführung. Dies ermöglicht es, Chancen optimal zu nutzen und Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu adressieren.