
(Bild: Mango, Blog)
Künstliche Intelligenz übernimmt das Modeln
Lesedauer: 3 MinutenWillkommen im Jahr 2024, in dem die Beauty- und Modebranche eine Revolution erlebt. Endlich ist es soweit! Models werden durch emotionslose Algorithmen ersetzt. Warum noch echte Menschen bezahlen, wenn digitale Perfektion viel günstiger und jedes Shooting virtuell schneller ist? Werfen wir einen Blick auf die Chancen und Potenziale dieser Entwicklung.
Kürzlich sorgte die Modemarke Mango mit einer Werbekampagne für Aufsehen. Keine echten Models, keine aufwendigen Fotoshootings. Stattdessen setzte Mango ganz auf künstliche Intelligenz. Perfekt generierte, makellose Körper posieren für die neuesten Kollektionen. Kein Blättern in Sedcards mehr, keine endlosen Casting-Sessions. Ein paar Klicks und das perfekte Model steht bereit.
Die guten alten Zeiten, als Models noch teilweise horrende Summen verlangten und für jedes Fotoshooting stundenlang gestylt und geschminkt werden mussten. Diese Kosten gehören der Vergangenheit an. Dank KI gibt es keine Honorar- und Ablöseforderungen, keine Krankmeldungen, keine Sonderwünsche. Eine komplette Kampagne kostet nur noch einen Bruchteil dessen, was früher nötig war. Sparen heißt die Devise – und das bei gleichbleibend perfekten Ergebnissen.
Und jetzt kommt das Beste: Auch die Shooting-Reisen fallen weg! Adieu Karibik! Auf Wiedersehen, Weltstädte! Alles kommt bequem aus dem Computer. Keine aufwendigen Reisen zu exotischen Locations mehr, keine Zeitverschiebung, keine verrückten Wetterbedingungen. Schluss mit Sandstränden und tropischen Temperaturen!
Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein KI-Model ist nie schlecht gelaunt, hat keine Pickel und nimmt garantiert nicht zu. Digitale Perfektion ist unbestechlich und immer verfügbar. Die Modebranche kann sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren – den Verkauf. Kein Stress mehr mit Eitelkeiten und persönlichen Problemen menschlicher Models. Endlich können wir uns von den Zwängen der Realität verabschieden und in eine Welt der perfekten Schönheit eintauchen.
Ein positiver Nebeneffekt dieser Entwicklung: Die oft kritisierte Ausbeutung junger Mädchen, die in die Modelwelt drängen, könnte reduziert werden. Keine Castings mehr, bei denen Hunderte von Sedcards durchgeblättert werden müssen. Kein Druck mehr auf junge Models, sich unnatürlich schlank zu hungern. Stattdessen erledigen Algorithmen die Arbeit – ohne zu klagen. Und dann ist da noch die dunkle Seite der Branche: Models werfen dem mächtigen Agenten Gérald Marie vor, sie belästigt, missbraucht und vergewaltigt zu haben. Die Branche erlebt einen „Me Too“-Moment, nicht den ersten. Mit dem Einsatz von KI könnten solche schockierenden Missbrauchsfälle der Vergangenheit angehören.
Parallel dazu haben digitale Models ihren großen Auftritt auf Instagram und anderen sozialen Medien. Diese KI-generierten Schönheiten machen den Beauty-Influencern ernsthafte Konkurrenz. Ihre Followerzahlen schnellen in die Höhe, ihre perfekt inszenierten Posts gehen viral. Das Geschäft ist das gleiche geblieben, nur die Protagonisten haben gewechselt. Auch Plattformen wie OnlyFans und Co. haben den Trend erkannt und bieten nun verlängerte Werbeträger, um mit digitalen Persönlichkeiten Geld zu verdienen. Keine Scham, keine Skandale – nur pure, profitable Unterhaltung.
Aber was wird aus den Maskenbildnern, den Lichttechnikern und den Top-Fotografen? Keine Sorge, auch sie werden sich eine neue Nische suchen müssen. Namen wie Pamela Hanson, Mario Testino, Zhang Jingna, Mert und Marcus, Ellen von Unwerth, Jeff Bark, Lara Jade, Daniel Jackson, Alexandra Nataf, Tim Walker, Sarah Mond, Bruce Weber, Elizaveta Porodina, Cole Sprouse, Olivia Malone, Paul Bellaart, Lina Tesch, David Roemer, Cass Bird, Giampaolo Sgura und Julia Hetta müssen sich nun anderen kreativen Herausforderungen stellen. Keine Fotoshootings mehr, bei denen alles perfekt sein muss – das übernimmt jetzt die KI!
Und dann ist da noch die Sache mit der Vermessung des idealen Gesichts. Kein Mensch entscheidet mehr, was schön ist – das macht die KI. Keine Diskussionen mehr darüber, ob genug Wokeness gezeigt wird oder ob alle Formen und Schönheitsideale berücksichtigt werden. Die Maschine entscheidet und ist unbestechlich. Oder man ermöglicht dem Betrachter sogar sein „Wunschbild/Model“ zu wählen. Ein echter Fortschritt.
Apropos Fortschritt: Wie oft würde die KI wohl ihre eigenen Richtlinien melden, wenn man den provokanten Stil von Robert Mapplethorpe kopieren wollte? Wahrscheinlich unzählige Male. Bei den meisten KI-Models auf Instagram scheinen diese Richtlinien allerdings außer Kraft gesetzt zu sein – sie tragen fast nichts!
Was kommt als Nächstes? Vielleicht virtuelle Models, die über die Catwalks dieser Welt laufen – oder besser schweben. Kein Schwitzen, keine Patzer, nur pure Eleganz. Und wer weiß, vielleicht werden bald auch die Designer selbst durch KI ersetzt. Schließlich kann eine Maschine mindestens genauso kreativ sein, oder?
Insgesamt bietet der Ersatz von Models durch KI viele Chancen und Potenziale für die Modeindustrie. Weniger Kosten, mehr Perfektion und keine störenden menschlichen Faktoren mehr. Keine Sedcards mehr zum Durchblättern, keine Ausbeutung junger Mädchen. Eine schöne neue Welt der Schönheit! Wir können es kaum erwarten, bis die letzten menschlichen Relikte aus den Hochglanzmagazinen verschwinden und den perfekten digitalen Kreationen Platz machen.
Stoßen wir also an auf die Zukunft der Mode – eine Zukunft, die so perfekt ist, dass sie fast zu schön ist, um wahr zu sein!