Design Challenge
Eine Design Challenge ist ein zentraler Bestandteil des Design Thinking Prozesses und dient als Ausgangspunkt für kreative Problemlösungen. Sie beschreibt ein konkretes Problem oder eine Fragestellung, die durch einen Design-Thinking-Ansatz gelöst werden soll. Die Design Challenge gibt die Richtung für den gesamten Innovationsprozess vor. Sie hilft dabei, klare Ziele zu setzen und den kreativen Fokus auf die Lösung echter Probleme zu lenken.
Hier ist eine detaillierte Übersicht, um dir ein besseres Verständnis zu geben.
Definition und Beschreibung
Definition:
Eine Design Challenge ist eine präzise formulierte Aufgabe oder Fragestellung, die im Rahmen des Design Thinking-Prozesses gelöst werden soll. Sie dient als Leitfaden für das Team und hilft dabei, den Fokus auf die relevanten Aspekte des Problems zu richten, um innovative Lösungen zu entwickeln.
Beschreibung:
- Zielgerichtet: Die Herausforderung sollte klar und spezifisch sein, damit das Team genau weiß, auf welches Problem es sich konzentrieren muss.
- Benutzerzentriert: Der Fokus liegt auf den Bedürfnissen und Erfahrungen der Benutzer, um sicherzustellen, dass die Lösungen echten Mehrwert bieten.
- Inspirierend: Eine gute Design Challenge sollte das Team motivieren und kreative Denkprozesse anregen.
Template für eine Design Challenge
Ein allgemeines Template für die Formulierung einer Design Challenge könnte folgendermaßen aussehen:
- Zielgruppe: Wer sind die Endbenutzer oder die betroffenen Personen?
- Beispiel: „Für Senioren, die in städtischen Gebieten leben…“
- Problem: Was ist das konkrete Problem oder Bedürfnis, das gelöst werden soll?
- Beispiel: „…mangelnde Barrierefreiheit in öffentlichen Verkehrsmitteln…“
- Kontext: In welchem Kontext tritt das Problem auf?
- Beispiel: „…in Bezug auf die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit von Bus- und Bahnsteigen…“
- Ergebnis: Was sollte durch die Lösung erreicht werden?
- Beispiel: „…um sicherzustellen, dass Senioren sicher und unabhängig reisen können.“
Vollständiges Beispiel:
„Für Senioren, die in städtischen Gebieten leben, die Schwierigkeiten haben, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, weil sie nicht barrierefrei sind, entwickeln wir eine Lösung, um sicherzustellen, dass sie sicher und unabhängig reisen können.“
Rahmenbedingungen
- Relevanz: Die Design Challenge sollte relevant für die Zielgruppe sein und auf tatsächliche Bedürfnisse oder Probleme eingehen.
- Machbarkeit: Die Herausforderung sollte realistisch und im Rahmen der verfügbaren Ressourcen lösbar sein.
- Innovationspotenzial: Sie sollte Raum für kreative und innovative Ansätze lassen.
- Zeitliche Einschränkungen: Gegebenenfalls sollte ein zeitlicher Rahmen für die Lösung definiert werden.
Wer formuliert die Design Challenge?
- Projektinitiator: In vielen Fällen wird die Design Challenge von der Person oder dem Team formuliert, das das Projekt initiiert hat. Dies kann ein Kunde, ein Unternehmen, eine Organisation oder ein internes Team sein.
- Stakeholder: Die Challenge wird oft unter Einbeziehung relevanter Stakeholder formuliert, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Perspektiven berücksichtigt werden.
- Design-Thinking-Team: Im Rahmen des Design Thinking Prozesses kann das Team selbst die Challenge formulieren, oft nach einer Phase der Empathie und Forschung, um sicherzustellen, dass sie wirklich die Bedürfnisse der Benutzer widerspiegelt.
Typische Fehler bei der Herleitung einer Design Challenge
Bei der Definition einer Design Challenge gibt es einige häufige Fehler, die vermieden werden sollten, um sicherzustellen, dass die Herausforderung effektiv und zielgerichtet ist. Hier sind einige der wichtigsten Fehler und wie man sie vermeiden kann, denn eine gut formulierte Design Challenge sollte spezifisch, benutzerzentriert, offen für kreative Lösungen, realistisch und klar in den Zielen sein. Indem du diese häufigen Fehler vermeidest, kannst du sicherstellen, dass deine Design Challenge den Design Thinking-Prozess effektiv unterstützt und zu innovativen und umsetzbaren Lösungen führt.
1. Zu vage oder unspezifisch
Fehler: Eine zu allgemeine oder unklare Design Challenge kann zu verwirrenden oder ineffektiven Lösungen führen, da das Team nicht genau weiß, worauf es sich konzentrieren soll.
Vermeidung: Formuliere die Herausforderung klar und spezifisch, indem du genaue Informationen über die Zielgruppe, das Problem und das gewünschte Ergebnis angibst. Beispiel: Statt „Verbessere das Benutzererlebnis im Internet“, sag „Wie können wir das Online-Banking-Erlebnis für Senioren einfacher und sicherer gestalten?“
2. Fokus auf Lösungen statt auf Probleme
Fehler: Eine Herausforderung, die bereits eine Lösung vorschlägt oder einschränkt, kann die Kreativität einschränken und innovative Ansätze verhindern.
Vermeidung: Formuliere die Herausforderung als offenes Problem, das Raum für verschiedene Lösungsansätze lässt. Beispiel: Statt „Entwickle eine App zur Altersverifikation“, sage „Wie können wir sicherstellen, dass Altersverifikation im Internet einfach und zuverlässig ist?“
3. Ignorieren der Benutzerperspektive
Fehler: Eine Herausforderung, die nicht die Bedürfnisse und Perspektiven der Endbenutzer berücksichtigt, kann zu Lösungen führen, die nicht anwendbar oder nützlich sind.
Vermeidung: Berücksichtige die Perspektive und die Bedürfnisse der Zielgruppe bei der Formulierung der Herausforderung. Führe Benutzerforschung durch und integriere deren Feedback. Beispiel: „Wie können wir die Zugänglichkeit von städtischen Parks für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen verbessern?“
4. Übermäßiger Umfang
Fehler: Eine Design Challenge, die zu breit gefasst ist, kann überwältigend sein und es dem Team schwer machen, sich auf konkrete Aspekte zu konzentrieren.
Vermeidung: Halte die Herausforderung fokussiert und spezifisch, indem du sie auf bestimmte Aspekte des Problems eingrenzt. Beispiel: Statt „Verbessere das Gesundheitswesen“, sage „Wie können wir den Zugang zu Telemedizin für ländliche Gebiete verbessern?“
5. Unrealistische Erwartungen
Fehler: Eine Herausforderung, die zu ambitioniert oder unerreichbar ist, kann das Team demotivieren und zu unrealistischen Erwartungen führen.
Vermeidung: Stelle sicher, dass die Herausforderung realistisch und machbar ist, unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen, Zeit und technologischen Möglichkeiten. Beispiel: „Wie können wir innerhalb von sechs Monaten ein Prototyp für eine benutzerfreundliche Telemedizin-Plattform entwickeln?“
6. Fehlende Kontextualisierung
Fehler: Eine Herausforderung ohne Berücksichtigung des Kontextes kann zu Lösungen führen, die nicht praktikabel oder relevant sind.
Vermeidung: Stelle sicher, dass du den Kontext, in dem das Problem auftritt, klar darlegst. Beispiel: „Wie können wir die Benutzerfreundlichkeit von Online-Shops für Menschen mit Sehbehinderungen verbessern, wenn die Mehrheit der Benutzer von Mobilgeräten aus auf die Website zugreift?“
7. Fehlende Zielsetzung
Fehler: Ohne klare Zielsetzung kann es schwierig sein, den Erfolg der Lösung zu messen und sicherzustellen, dass die Herausforderung die gewünschten Ergebnisse liefert.
Vermeidung: Definiere klare Ziele und Erfolgskriterien für die Herausforderung. Beispiel: „Wie können wir die Wartezeiten in der Notaufnahme um 20 % reduzieren, um die Patientenzufriedenheit zu verbessern?“
8. Nicht einbezogene Stakeholder
Fehler: Eine Herausforderung, die ohne Rücksprache mit wichtigen Stakeholdern formuliert wird, kann wichtige Perspektiven oder Anforderungen übersehen.
Vermeidung: Binde relevante Stakeholder in den Prozess der Formulierung der Design Challenge ein, um sicherzustellen, dass ihre Perspektiven und Anforderungen berücksichtigt werden.